25.09.2015

Leben Teil 11:

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Dieses neue Menschenkind war und ist ein ganz wunderbares Geschenk für uns.
 
Aber sie war auch ein forderndes Kleinkind… Schlaf gab es wenig seit sie bei uns ist, und einen eigenen Kopf hatte sie… Gott sei Dank… allemal!!!
Wie oft bekniete ich sie, sich anziehen zu lassen… nö muss nicht sein… wird völlig überbewertet.
 
Leider ist es in unseren Breitengraden aber zu kalt für ein Baströckchen, habe ich ihr dann immer erklärt.
 
Schön waren auch die Tage, an denen sie mit dicker Pudelmütze im Sommer den ganzen Tag rumlief… ja, unsere Tochter hat in vielen Bereichen ihre ganz anderen Ansichten und entwickelte sich da ganz anders als ihr Bruder.
 
Für mich war es ganz wunderbar, wie unglaublich selbstbewusst sie durch ihr Leben schreitet, das hat sie sicher von ihrem Vater geerbt, wenn solche Eigenschaften wirklich vererbt werden.
 
Da sie so früh schon zu uns gekommen war, konnten wir einen faszinierenden Farbwechsel ihrer Augen miterleben.
 
So waren sie die ersten Wochen extrem braun, wie meine Augen und die ihres kleinen Bruders heute… nach dem eigentlichen Geburtstermin wurden sie immer blauer bis hin zu einem strahlenden Himmelblau, wie die Augen ihres großen Bruders.
 
Und nach einiger Zeit bekam sie wunderschöne grüne Augen und ist damit das Grünauge in der Familie… die einzige Person in unseren Familien überhaupt, die jemals so unglaublich grüne Augen hatte.
 
Ansonsten sehen sich unsere Kinder dermaßen ähnlich, dass Philippe bei den Baby- und Kleinkindfotos seiner Geschwister immer meint, er sei auf dem Bild zu sehen, was ich immer ganz süß finde… das Bild, das ich letztens auf Instagram zeigte, wo Max seine Babyschwester hält und ihr Köpfchen komplett in seine Hand passt, brachte ihn letztens aber zum Weinen.
 
Als ich ihm da sagen musste, dass das Baby Stella-Marie ist und nicht er… da sagt er, er wäre so traurig, nicht mit auf dem Bild zu sein und er würde sich wünschen, gemeinsam mit seinen Geschwistern geboren zu sein, denn so hätte er ja ganz viel Zeit nicht mit uns erlebt.
 
Da bin ich auch traurig gewesen, es wäre wirklich schön gewesen alle zusammen aufwachsen zu sehen, aber so war es eben für uns nicht vorgesehen, und ich kann immer nur dafür sorgen, das die Beiden ihren großen Bruder oft sehen.
 
Mich hat es damals sehr gefreut, als Max als 20-Jähriger für ein Praktikum fast ein Jahr wieder zusammen mit seinen Geschwistern bei uns wohnte.
 
Nach Stella-Maries Geburt haben wir die erste Zeit in Starnberg sehr genossen… gaben ein wunderschönes Geburtsfest bei uns im Garten, um sie der Welt zu zeigen und ihr die Welt.
 
Ihre Taufe wollten wir schon damals mit unserer kirchlichen Trauung zusammenlegen… da wussten wir allerdings nicht, was bis dahin noch so alles passieren würde.
 
Mein Mann hatte das Unternehmen gewechselt, und bald war klar, da mein Job nicht auf Teilzeitbasis gekürzt wurde, konnte ich nur nach einem neuen Ausschau halten, da ich in dem Maß wie bisher mit zwei Kindern nicht weiter arbeiten wollte und konnte.
 
Also kündigte ich von mir aus und war ganz froh nicht mehr so viel reisen zu müssen.
 
Da wir ja mit der Planung unseres Lebens gern mal daneben liegen, passierte auch hier wieder etwas… was wir nicht vorhergesehen hatten.
 
Das Unternehmen in dem mein Mann arbeitete, entschied sich nach kurzer Zeit, die Abteilung komplett aufzulösen, und da es genau am Ende seiner Probezeit passierte, erwischte es uns sehr hart.
 
Sein Vorgesetzter war fast die ganze Zeit krank gewesen, und so war diese Möglichkeit auch nie mit ihm besprochen worden… und da ich auch noch gerade gekündigt hatte, standen wir komplett ohne Jobs da.
 
Aber dafür mit zwei Kindern und einer sehr großen Finanzierung für unsere Wohnung nebst Privatschule für unseren Sohn… wirklich nicht leicht.
 
Dazu kommt, dass mein Mann in einer sehr spezialisierten Materie arbeitet, das bedeutet, da ist nicht mal eben sofort wieder ein interessantes Jobangebot da, und durch meine Kündigung hatte auch ich keine Möglichkeit, schnell wieder voll einzusteigen.
 
Harte Zeiten brachen an, und unser Traum vom ruhigeren Leben am See krachte zusammen, wie ein Kartenhaus…
 
Wir versuchten die Wohnung zu verkaufen, und auch wenn wir unsere Kölner Wohnung damals sofort verkauft bekommen hatten (der erste Interessent hatte sie ohne weiteres Handeln genommen), hatten wir dieses Glück diesmal nicht.
 
So nahm mein Mann nach einiger Zeit ein Angebot in Köln an, und wir zogen zurück ins Rheinland und vermieteten unsere Starnberger Wohnung.
 
Hinzu kam, dass in dieser sehr schwierigen Zeit für uns mein Vater unheilbar erkrankte und leider auch nach einem Jahr verstarb, und ich zu all den Sorgen mich um meine Mutter kümmern musste. Sie war leider komplett hilflos und benötigte sehr viel Zuspruch. Das ging dann von Köln aus besser, da die Entfernung zu Dortmund nicht mehr so weit war.
 
In Starnberg hatte ich noch angefangen, als freie Vertreterin für ein spanisches Unternehmen zu arbeiten, d.h. ich machte eine Außendiensttätigkeit in Apotheken, bei Heilpraktikern und Ärzten, um diese Produkte aus dem Nahrungsergänzungsbereich dort zu listen.
 
Sehr schön dabei waren unsere zahlreichen Aufenthalte in Palma de Mallorca… auch so ein Ort, der mir sehr ans Herz gewachsen ist.
 
Aber es war ein sehr zähes Geschäft und leider als freier Mitarbeiter auch nicht sehr gewinnbringend.
 
Wir siedelten also in das Viertel in Köln zurück, wo ich schon als Studentin gewohnt und Max seine frühe Kindheit verbrachte hatte.
 
Nur ein paar Häuser weiter hatten wir das Glück, eine Wohnung zu finden… nicht schön und mit Durchgangszimmer, aber wir waren wieder zusammen… denn die Zeiten, in denen mein Mann jobmäßig alleine vorging… waren furchtbar für uns… deshalb kam langes Pendeln auch nie wirklich in Frage.
 
Meinen Job konnte ich im Kölner Raum nicht fortsetzen, und so kümmerte ich mich um einen neuen in der Industrie… leider hatte ich da gar kein Glück.
 
Mit zwei Kindern und mittlerweile drei Jahren Pause… was eigentlich nicht stimmte, denn ich hatte ja nach einem Jahr schon selbständig weiter gearbeitet… passte ich so gar nicht mehr ins Schema der Pharmaindustrie.
 
Ich kam bis zum Vorstellungsgespräch, aber da hieß es immer, warum wollen Sie in den "normalen" Außendienst zurück… hallo!!!… weil ich wusste, was ich leisten konnte… aber das interessierte leider Keinen.
 
Sie sind überqualifiziert war das Schlüsselwort, Sie werden dann bei uns unzufrieden… Sie verdienen hier ganz anders… ach, ich weiß nicht, was noch alles kam.
 
Das Arbeitsamt wollte mich nicht umschulen, dazu sei ich zu alt… und das Einzige, was sie mir boten, war ein Bewerbungstraining… für Jemanden, der in der Personalabteilung täglich bis zu 8 Gespräche geführt hatte, echt eine tolle Maßnahme!!!
 
Das war leider die Kehrseite der Medaille… deshalb rate ich wirklich jeder Mutter, bleibt im Job, und wenn ihr auch nur Teilzeit oder Tageweise die Möglichkeit habt, irgendwie weiter zu arbeiten… bitte macht es.
 
Ich bin da sicher kein Einzelfall… ich kenne sehr viele Frauen, die nach dem Kindern nicht mehr in ihre Jobs zurückkommen, sondern sich mit Büro-oder Verkaufsjobs durchschlagen fernab ihrer wirklichen Qualifikation… so ging es mir leider auch, und wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich dieses sicher heute anders lösen.
 
Aber es begann auch eine sehr menschliche Zeit in Köln für uns. Wir hatten schnell sehr liebe Kontakte geknüpft und unsere alten Freunden aus den Jahren vor Bayern waren ja auch wieder näher. Bald konnten wir uns einen unserer Träume… nach diesen sehr harten Jahren… erfüllen.
 
Am Ende dieses ersten Jahres in Köln und nachdem das ersten Trauerjahr für meinen Vater vergangen war, feierten wir eine wunderschöne Hochzeit in Weiß und die Taufe unserer mittlerweile dreijährigen Tochter… die sich übrigens weigerte, das von ihr selbst ausgesuchte wunderschöne weiße Taufkleid anzuziehen… nur so am Rande.
 
Daran erinnert sie sich übrigens noch sehr genau und hat sich mittlerweile bei mir auch entschuldigt, da sie mich ins Schwitzen brachte und diesmal eine Zeremonie später anfing (ein Alptraum für mich, denn ich bin immer überpünktlich und komme auch bei sehr unwichtigen Terminen nicht zu spät), aber bei meiner eigenen Hochzeit musste ich mit Engelszungen auf mein kleines Kind einreden und hab ihr dann aus Verzweiflung schon ihren rosa Fotoapparat geschenkt, den es eigentlich ja erst nach der Taufe gegen sollte. So zierte den Arm unsere hübschen Maus im langen, weißen Kleid und von mir selbstgestrickten, weißen Bolero ein rosafarbener Fisher Price Fotoapparat, was dann allerdings den Vorteil hatte, dass sie selber sehr nette Bilder geschossen hatte… von meinen Schuhen… und Familienfotos ohne Kopf in der Kirche haben wir auch.
 
Der Apparat, mittlerweile leider vergilbt, ist heute bei Philippe noch gerne im Einsatz und funktioniert einwandfrei… er ist bei der Farbwahl seiner Sachen sehr offen… so dass ihn weder ein rosa Dreirad noch ein rosa Fotoapparat stören. Philippe hat übrigens sowieso sein absolut eigenes Farbschema im Kopf… da wir heute mit Wasserfarben malen wollen, eine seiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen, bat er mich vorher, seine Lieblingsfarben zu besorgen, die wären nicht in seinem Farbkasten… Schwarz, Weiß, Silber, Gold, also so ganz klassische Jungsfarben!!!
 
Es war ein schönes, intimes Fest mit Freunden und Familie bei uns zu Hause mit einem französischen Büffet.
 
Wir hatten fast alles selbstgemacht und gestaltet, und da wir wieder im Dezember feierten, wie bei unserer standesamtlichen Hochzeit, sechs Jahre zuvor, war es ein sehr heimeliges Fest und diesmal auch mit vielen Kindern.
 
Für meinen Mann und mich war es eine wichtige Bestätigung unserer Liebe, denn wir hatten harten Jahre zusammen überstanden und waren uns unserer Liebe weiterhin ganz sicher, dachten wir damals zumindest…
 
Herzensgrüße
eure Rike

22.09.2015

Leben Teil 10: es geht weiter…

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Gerade habe ich gelesen, dass man nach der Statistik eines Berliner Psychologen bei der Partnerwahl 12 mal daneben greift, bevor man den Traumpartner gefunden hat ... und hat man hohe Ansprüche an sein Gegenüber, dann sind es sogar 36 Fehlversuche.

20.09.2015

Leben Teil 9: …manchmal muss man ANDERS sein

7 Kommentare
Ihr habt ja jetzt schon so einiges aus meinem Leben erfahren und gestern habe ich wieder festgestellt… wir sind einfach ANDERS!!!

Und mittlerweile kann ich damit sehr gut leben, das war aber nicht immer so.

18.09.2015

Leben Teil 8: Warum dieses Mal alles anders war...

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Die Beziehung zu meinem Mann war und ist etwas ganz Besonderes für mich… sie ist anders als alle Beziehungen, die ich vorher hatte.

16.09.2015

Florenz ...eine Stadt trägt blau

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Auf unserer Reise nach Rom haben wir einen Stop in Florenz eingelegt um uns schon etwas auf das italienische Flair einzustimmen. 
Wir fuhren als am Abend in Regensburg los, damit unsere Kinder schlafen konnte und die lange Reise nicht als so unangenehm empfanden. 

Kinderleichter getränkter Zitronenkuchen ohne Abwiegen

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15.09.2015

Leben Teil 7: …ein etwas ungewöhnlicher Heiratsantrag

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OK… ich fand Kai jetzt schon ganz nett… aber wer mal einen 37-jährigen Singlemann kennenlernt, der von morgens bis abends in seiner Kanzlei hockt und Lodenmäntel für eine modisches must have hält… weiß, was ich durchgemacht habe…

14.09.2015

Leben Teil 6: Mama… Kinder sehen mit dem Herzen

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Für meine Augen war Vieles unsichtbar, aber mein Sohn sagte irgendwann:
Mama… Kinder sehen mit dem Herzen, die Sache mit den Männern nehme ich wohl besser mal in die Hand!!!
 
Aber der Reihe nach…

03.09.2015

Leben Teil 5: Warum ich dann doch noch einen Wunsch ans Universum schickte…

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Oh ja, es hätte alles so einfach sein können, hätte ich doch eine bessere Menschen- bzw. Männerkenntnis besessen…
 
Aber nun mal der Reihe nach: Ich war also umgezogen und Max mittlerweile in die Ganztagsschule gekommen, wo er sehr glücklich war. Er hatte nur sieben Mitschüler und wurde von Anfang an komplett in Englisch unterrichtet.