10.08.2017

Leben Teil 29: … die Sache mit dem Kleidergeld

Als ich im Post "Leben Teil 27" darüber schrieb, dass Stella seit Januar ein Kleidergeld von mir bekommt… kamen so viele Fragen dazu, da dachte ich mir heute auf der Rückfahrt… ich schreib mal meine Gedanken und Erfahrungen zu einem ja leider immer brisanten Thema zwischen Eltern und Kindern (Klamotten und Geld...) auf.

Ich liebe es ja, mein Leben mit den Kindern in vielerlei Hinsicht zu vereinfachen, und so habe ich vor genau 13 Jahren bei unserem ältesten Sohn ein Kleidergeld eingeführt.

Max ging auf eine internationale Schule in Starnberg damals… und hatte leider nicht mehr, wie zuvor in Köln, eine Schuluniform… die mein Leben damals wirklich vereinfachte.

Es war die Zeit der Turnschuhe und Polohemden, und da ich überlegt hatte, wie ich ihn an den Umgang mit Geld gewöhnen könnte… fernab der Möglichkeiten für ihn, durch kleine Hilfsdienste sein Taschengeld aufzubessern… kam ich auf die Idee mit dem Kleidergeld.

Er bekam von da an jeden Monat zuzüglich seines Taschengeldes von mir Geld ausgezahlt… um seine Garderobe selbst zu bestreiten.

Wir haben ihm die komplette Verfügungsgewalt übertragen und auch die alleinige Entscheidung, was er mit diesem Geld kaufte.

Ausgenommen waren Unterwäsche und Strümpfe und alles, was mit den von ihm ausgeübten Sportarten zu tun hatte… dafür kamen weiterhin wir auf.

Ich habe diese Entscheidung nie bereut… er wuchs so hinein in die Überlegung, was ihm wie viel Geld wert war, ich denke das war wirklich ein Grundlage für seinen weiteren Umgang mit Geld.

Der Beginn war sehr spannend, da er bis dahin oftmals gar nicht wusste, was bestimmte Dinge kosteten, und er schnell merkte… dass die Summe, die ihm anfangs so enorm groß vorkam… es im Hinblick auf die benötigten Sachen für die einzelnen Jahreszeiten gar nicht so üppig war.

Er lernte sehr schnell… für seine geliebten Turnschuhe und eine teure Daunenjacke muss man sparen.

Zu sehen, mit welchem Stolz er dann "seine" Errungenschaften trug, und vor allem, mit welcher Sorgfalt er seine Garderobe usw. behandelte… das war eine toller Erfolg für dieses System… und noch heute ist er ein sehr bewusster Käufer, der auch gerne mal ein Geschäft verlässt, um sich ganz sicher zu sein.

Da es also bei unserem großen Sohn so erfolgreich war, haben wir dieses System auch bei Stella eingeführt, und ich weiß noch, wie ihre Freundinnen reagierten und ihr sagten… was sie doch für ein Glück hätte, so viel Geld monatlich zur Verfügung zu haben… aber auch Stella entdeckte sehr schnell, wie teuer manche Sachen sind, und hat ihr Kaufverhalten schon geändert.

So legt sie Wert auf Sachen, die nicht so Mainstream sind und auch nicht von ihren Freundinnen getragen werden, sie ist sehr klar in dem, was ihr gefällt und was nicht, und orientiert sich keineswegs an der herrschenden Mode, sondern eher nach ihrem Geschmack… Marken sind ihr nicht wichtig momentan, und die Qualität mancher Dinge lernt sie gerade zu schätzen und in Verbindung mit dem Preis zu sehen.

Ich werde euch mal in ein paar Monaten einen Erfahrungsbericht dazu schreiben.

Da mich ein paar Leser fragten, wie viel Geld sie bekommt… wir haben probeweise mit 100 € begonnen, wie gesagt, sie kauft davon bis auf die oben genannten Dinge alles… ob wir das verändern werden, wollen wir Ende des Jahre besprechen, wenn wir Bilanz ziehen.

Ich hoffe, ich konnte jetzt alle Fragen beantworten… wenn nicht, schreibt mir gerne dazu.


Herzensgrüße
Eure Rike

1 Kommentar:

  1. Ich finde diese Idee wirklich toll. Wenn mein Sohn alt genug ist, dann wäre das ein tolles System, was ich gern mal versuchen würde.
    Viele Grüße Bianca
    http://ladyandmum.blogspot.de

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